Recta





Im Jahr 1897 gründete Antoine Muller (1861-1930) und Alcide Vaucher (1860-1924) in Biel eine Uhrenmanufaktur. Die Manufaktur firmierte unter dem Namen "Muller & Vaucher" ("MV" od. "VM").




Beide erlangten ihre uhrmacherischen Fähigkeiten in La Chaux de Fonds und St. Imier. Sie schlossen sich zusammen um die oben genannte Manufaktur zu gründen. Ihre Fabrikationslokalität war in einem Gebäude am Suze lokalisiert und so konnten sie dessen Wasserkraft zur Stromerzeugung nutzen. Die Manufaktur fertigte hochwertige Taschenuhren. Es wurden 30 Arbeiter angeheuert und bereits nach zweijähriger Produktion kam die Firma in die Gewinnzone. Bereits 1898 sicherte man sich die Marke "Recta".



Auch Léon, der Bruder von Alcide Vaucher, war im Produktionsprozess beteiligt. Er blieb bis 1914 und verstarb kurze Zeit später.

Aufgrund der immer größeren Nachfrage mußte die Produktion gesteigert werden. Die Firma, die bislang nur eine Etage im besagtem Gebäude belegte wurde 1902 um eine zweite Etage erweitert.
1905 stieß Edouard Tièche zur Firma und wurde Verkaufsdirektor. Er blieb ihr bis 1946 treu.
1913 wurde es erneut zu eng und man bezog ein neues Gebäude mit doppelter Produktionskapazität. 1917 wurde die Firma in "Recta SA. Successors to Muller & Vaucher" umbenannt.
Ab 1920 wurden Uhren in aussergewöhnlich hoher Qualität mit einem Observatoriums-Zertifikat vorgestellt. Sie waren auch noch mit dem "Poinçon de Genève" gestempelt.



Beim "Poinçon de Genève" handelt es sich um ein Gütestempel, der in Uhrwerke eingeschlagen wurde, die den Qualitätskriterien der Stadt Genf entsprachen. Vergeben wurde er vom "Bureau Officiel de l'Etat pour le controle facultatif des montres de Genève". Der Stempel zeigt das Stadtwappen von Genf. Er wurde 1886 eingeführt. Die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, wurden im Laufe der Zeit ständig erweitert.



heutige Bedingungen
Produktion, Zusammenbau und Regulierung des Uhrwerks erfolgt ausschließlich auf dem Genfer Kantonsterritorium
Höchste Qualität sämtlicher Bestandteile eines Uhrwerks
Sämtliche Stahlkanten, Schraubenköpfe und weitere, genau definierte Oberflächen müssen geschliffen oder poliert sein
Vorgeschriebene Rubinlager
Bestimmte Konstruktionsmerkmale bei der Mechanik
Eine Ganggenauigkeit von unter einer Minute pro Tag über sieben Tage
Die Funktion des Kalenders vom 26. Februar an über sieben Tage
24 Stunden Wasserdichtigkeit
24 Stunden Gangreserve
(aus Wikipedia)


Ab 1923 gab es in Genf eine Zweigstelle der Firma. Hier wurden hochwertige Armbanduhren für Damen und Herren, aber auch Taschenuhren gefertigt.
Recta nahm mehrfach an Chronometerwettbewerben des Observatoriums Neuchatel teil und gewann erste und zweite Preise. 1946 wurde Edouard Tièche durch A. Seiler als Verkaufsdirektor ersetzt.
In den 40ern ging die Firma komplett in den Besitz der Familie Vaucher über. Ab 1947 leitete André Vaucher die Firma. Er wurde von Maurice Vaucher als technischer Direktor unterstützt. Auch die zwei Söhne von André, Eric und Jean Marc, waren in der Firma als Techniker tätig.
Man erweiterte in dieser Zeit die Produktlinie um fotographische Artikel, Einsatzhemmungen und Kompasse. Ab 1959 bediente man mit Hilfe von "Marchand & Jobin, London" den britischen Markt. Später verließ die Firma die Uhrenproduktion und konzentrierte sich allein auf Kompasse. Die Entwicklung zur Kompassherstellung gründete auf die Erfindung eines Taschenkompasses.



Noch heute werden sie in hochwertigster Qualität produziert.

Weitere Uhren-Marken der Firma waren "Consort", "Fina", "Rectasport", "Rectax", "Selva" und "Time Recorder". Uhrentechnische Erfindungen waren Pat. 14530 (1897), 27831 (1903), 29066 und 46040 (1908), 71481 (1915), 80106 (1918), 82276 (1919), 197031 (1937), 279360 (1950) und 307685 (1952).





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